Flüchtlinge und Integration

Die Freien Demokraten setzen sich für ein weltoffenes und gastfreundliches Lichtenberg ein, in dem Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, von den Bürgerinnen und Bürgern offen empfangen werden und eine Chance erhalten, Teil unserer Gesellschaft zu werden. Gleichzeitig muss mit den Menschen, die bereits hier leben, offen und ehrlich umgegangen werden. Es muss frühzeitig kommuniziert werden, wie der Bezirk die Unterbringung und Integration der hier Ankommenden organisieren möchte. Was wir benötigen und einführen wollen, sind frühzeitige öffentliche Dialoge mit den Bürgern über die beste Integration in unserem Bezirk. Hierbei sollen sowohl die Konzepte des Bezirks als auch die Ideen der Bürgerschaft Berücksichtigung finden.

Flüchtlingsunterkünfte dürfen kein Dauerzustand sein. Der Bildung von Ghettos muss vorgebeugt werden. Flüchtlingsheime dürfen nur eine Übergangsstation direkt nach der Ankunft sein – vor allem im Interesse der Flüchtlinge selbst, die schnell in unsere Gesellschaft integriert werden müssen. Stattdessen sollten besonders Flüchtlingsfamilien, aber auch alleinreisende Flüchtlinge dezentral in Wohnungen untergebracht werden. Wer frühzeitig mit der neuen Gesellschaft in Kontakt kommt, lernt schneller deren Sprache, Werte und Regeln. Für eine erfolgreiche Integration müssen zudem die Kita- und Schulkapazitäten für Flüchtlingskinder erhöht werden. Nur wer gleich zu Beginn die deutsche Sprache spricht und gute Bildungschancen bekommt, kann einen positiven Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten, anstatt dauerhaft zum Sozialfall zu werden. Durch die Bereitstellung entsprechender Mittel möchten wir das Angebot an Deutschunterricht insbesondere an der Volkshochschule an den Bedarf anpassen.

Die FDP Lichtenberg sieht in der Zuwanderung – auch durch Flüchtlinge – eine ökonomische Chance und Bereicherung für Deutschland. Damit wir alle diese Chance nutzen, müssen wir es Flüchtlingen ermöglichen zu arbeiten. Unternehmen, aber auch Organisationen und ehrenamtlich arbeitende Einrichtungen sollen Migranten, z. B. über Praktika, einen Einblick und Einstieg in Beschäftigung ermöglichen. Über direkte Begegnungen, z. B. in Form von Speed-Datings von Kammern, Unternehmen und Migranten, sollen Arbeitskräftebedarf und -potenzial zusammengebracht werden. Gleichzeitig möchten wir über die Arbeitsagentur in unserem Bezirk Flüchtlinge schnell in Praktika und mittelfristig in reguläre Beschäftigungsverhältnisse vermitteln. Ein hervorragender Sprachlehrer ist der Kollege am Arbeitsplatz! Daher erwarten wir auch bei der Arbeitsagentur ein Umdenken bei der Vermittlung und eine stärkere Fixierung auf die Potenziale von Flüchtlingen.

Die Flüchtlingshilfe im Bezirk möchten wir besser koordinieren. Insbesondere streben wir die Gründung eines Integrationsbeirates an, in dem alle relevanten Aspekte und Fragen rund um die Themen Migration und Flüchtlinge behandelt werden. Der Beirat soll zudem ein Mitspracherecht im zuständigen Fachausschuss der Bezirksverordnetenversammlung haben.

Lichtenberg hat bereits sehr viele Flüchtlinge aufgenommen. Damit die notwendige Integration gelingt, benötigt Lichtenberg viel mehr Unterstützung in Form von Geld, Personal und Infrastruktur durch das Land Berlin. Bei kommenden Flüchtlingen muss sichergestellt werden, dass alle Bezirke gleichmäßig an der Unterbringungen und Integration beteiligt werden.