Deutsche Sprache statt Genderpflicht

3 Jan

Voraussichtlich am 11. Januar wird sich der für die Geschäftsordnung zuständige Ausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Lichtenberg mit einem von Linken und Grünen unterstützten SPD-Antrag befassen, der fordert, dass nur noch Anträge, Anfragen und Kenntnisnahmen in „gegenderter Sprache“ Bestandteil der Tagesordnung einer BVV werden dürfen. Alle Formulierungen müssen dann zugleich die weibliche und die männliche Form einschließen. Beispielsweise wäre es dann nicht mehr zulässig, das Pronom „man“ zu verwenden. Aus „Hauptmann“ würde „Hauptmännin“ werden [1]. Diese Änderung würde die AfD in Bedrängnis bringen, weil ein Beschluss ihres Bundesparteitags „gegenderte“ Formulierungen untersagt. Im Tagesspiegel vom 27. Dezember forderte Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) darüber hinaus „quotierte Frau/Mann-Redelisten“.

Die Freien Demokraten Lichtenberg lehnen diese Vorschläge als Eingriff in die Freiheit der Sprache sowie zum Erhalt einer freien Debattenkultur im Bezirksparlament ab.

Dazu Rico Apitz, Bezirksvorsitzender der FDP Lichtenberg:

„Politik sollte für die Bürgerinnen und Bürger möglichst niedrigschwellig erreichbar sein und auch so kommunizieren. Eine Form der Sprache vorzuschreiben, die in der allgemeinen Bevölkerung kaum bekannt geschweige denn etabliert ist, ist genau das Gegenteil davon. Sie irritiert und manifestiert nur die Distanz zwischen der Politik im Bezirksparlament und den Bürgern auf der Straße. Die BVV würde mit diesem Beschluss den Graben zwischen Politik und Bürgern in Lichtenberg nur noch vertiefen.“

Apitz weiter:

„Auch eine Frau-Mann-Redeliste, wie sie von Bezirksbürgermeister Michael Grunst vorgeschlagen wurde, ist wieder ein typisches Beispiel dafür, wie blinde Ideologie über das Ziel hinausschießt. Dann dürfen sich zu einem Antrag auch keine drei Frauen mehr äußern. Es würde zu einem aberwitzigen Geplänkel und einer dauerhaften Diskriminierung in alle Richtungen führen, wenn die Redner und Rednerinnen nach ihrem Geschlecht (aus-)sortiert werden. Das ist nicht die Überwindung von Diskriminierung, sondern ihre Zementierung in der Gesellschaft.“

Apitz abschließend:

„Der Antrag ist ein erneuter Versuch der politischen Linken, die AfD zu schwächen, mit dem aber genau das Gegenteil erreicht wird. Denn auf der einen Seite stehen schwer lesbare BVV-Drucksachen und auf der anderen Seite steht die AfD, die sich als „Opfer der etablierten Parteien“ inszenieren kann. Statt die Geschäftsordnung der BVV politisch zu instrumentalisieren, sollten sich die Unterstützer dieses Antrags lieber inhaltlich mit der AfD auseinandersetzen.“

[1] siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtergerechte_Sprache